Aus unserer Chronik

Gründung 1905

In Uhlbach bestand seit 1870 eine Pflichtfeuerwehr, die nach der württembergischen Landesfeuerlöschordnung von der Gemeinde eingerichtet worden war. Die Pflichtfeuerwehr zog alle volljährigen männlichen Einwohner zum Feuerwehrdienst heran. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens stiftete Geheimrat Benger eine Fahne, die am 1. September 1885 feierlich geweiht wurde.

Zur Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert wurde Uhlbach von einer Welle von Vereinsgründungen und die Einrichtung geschäftlicher Institutionen wie die Raiffeisenkasse und die Weingärtnergenossenschaft erfasst. Auf Wunsch vieler Mitglieder der Feuerwehr, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, versammelte sich die Mehrzahl von ihnen am 24. April 1905 im Gasthaus „Zur Traube“ zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Uhlbach. Sofort erklärten sich 103 Mitglieder bereit, Ihren Dienst freiwillig für die Allgemeinheit anzutreten.

Die ersten Jahre

Durch die Umwandlung von einer Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr wurden in Uhlbach die Kameradschaft und die Dienstfreudigkeit der Mannschaft durch das neue Gefühl der Freiwilligkeit und Eigenständigkeit stark gefördert.1913 erwarb die Wehr eine drehbare Leiter. Die Kosten beliefen sich auf die beachtliche Summe von 1.380 Mark, die von der Freiwilligen Feuerwehr Uhlbach, der Landesfeuerwehrkasse und der Gemeinde Uhlbach getragen wurde.

Im Jahr 1923 kam Uhlbach zum Bezirksoberamt Esslingen. Der Bezirksfeuerwehrverband Cannstatt wurde im Spätherbst des selben Jahres aufgelöst und die Freiwillige Feuerwehr Uhlbach trat daraufhin in den Bezirksfeuerwehrverband Esslingen ein.1928 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Uhlbach statt. Er wurde mit einem Festzug durch Uhlbach und einem Fest auf dem Turnhallenplatz gefeiert.

Neun Jahre später wurde Uhlbach 1937 nach Stuttgart eingemeindet. In dieser Zeit fand auch eine Reformierung des Feuerwehrwesens statt. Die Feuerwehrabgabe wurde in Stuttgart abgeschafft und das Personal der Wehr sollte von 150 auf nur noch 28 Mann reduziert werden. Doch 40 Männer der Wehr hielten treu zur Stange und die Feuerwehrmusik, die schon seit der Gründung bestand, verpflichtete sich für den weiteren Dienst.

Wiedergründung

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es dem späteren Kommandanten Wilhelm Kurrle mit beharrlicher Überzeugungsarbeit, 20 Männer für den Dienst in einer neuen Wehr zu gewinnen. So wurde die Freiwillige Feuerwehr Uhlbach am 1. März 1947 im Uhlbacher Rathaus neu gegründet.

Der Aufbau der neuen Feuerwehr ging langsam und beschwerlich voran, da es nach den Kriegswirren an allen Ecken und Enden mangelte. Ausrüstung und Ausbildung mussten in kleinen Schritten verbessert werden. Am 18. August 1953 war es dann soweit: Mit einer großen Schauübung am Uhlbacher Rathaus demonstrierten die Männer der Wehr ihre neu erlangte Schlagkraft.

Nach und nach wurde die Ausrüstung der Uhlbacher Feuerwehr optimiert: Im Mai 1958 erhielt die Wehr einen Geräteanhänger mit einer Tragkraftspritze. 1962 wurde auf dem Kelterdach (heutiges Weinbaumuseum) eine Feuersirene installiert. Dies bedeutete eine wichtige Neuerung für die Feuerwehrmänner, denn Weingärtner und Handwerker arbeiten tagsüber größtenteils außer Haus in der unmittelbaren Umgebung. Im Jahr 1965 wurde das altersschwache Löschfahrzeug durch zwei neue Fahrzeuge ausgewechselt und es konnte ein Tragkraftspritzenfahrzeug und ein Mannschaftstransportfahrzeug in Betrieb genommen werden. 1979 erhielt die Wehr ein fabrikneues LF 8, das mit Pressluft-Atemschutzgeräten ausgestattet war. 1982 wurde der ehemalige Bauhof in Uhlbach zum heutigen Feuerwehrgerätehaus umgebaut. 1986 wurde die Abteilung mit einem Rüstwagen RW 1 mit technischem Rettungsgerät und Seilwinde ausgestattet.
 

Fahnenweihe zum 90-jährigen Jubiläum

1993 wurde die Altersgruppe der Feuerwehr Uhlbach von Kameraden gegründet, die ihren aktiven Dienst beendet haben. Seitdem kommt die "Altherren-Riege" in regelmäßigen Treffen zusammen und beteiligt sich weiterhin am Gemeinwesen der Uhlbacher Feuerwehr.

1995 veranstaltete die Uhlbacher Wehr zu ihrem 90-jährigen Jubiläum ein riesiges Fest zur Weihe der neu erworbenen Fahne, da die alte Fahne in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört wurde. Neben vielen Programmpunkten ist die große Schauübung unter Mitwirkung des Roten Kreuzes und der Nachbar-Feuerwehren aus Rotenberg und Obertürkheim sowie der wohl größte Festzug, der in Uhlbach jemals veranstaltet wurde, erwähnenswert. Über 900 Teilnehmer, zahlreiche Festwagen und Feuerwehrfahrzeuge begleiteten den Festzug.

Das 21. Jahrhundert

Damit die Uhlbacher Wehr auch im 21. Jahrhundert gut ausgerüstet ist, wurde die Abteilung noch vor dem Jahrtausendwechsel mit zeitgemäßer und sicherer Brandschutzbekleidung ausgerüstet.

2001 erhielt die Uhlbacher Wehr ein Tanklöschfahrzeug auf Unimogbasis als Ersatz für das über 30 Jahre im Dienst befindliche Vorgängermodell. Dieses geländegängige Fahrzeug ist mit Blick auf die topografischen Gegebenheiten in Uhlbach ideal, um auch entlegenes Gelände im Einsatz gut erreichen zu können.

2005 wurde das 100-jährige Jubiläum der Wehr erneut mit einem großen Festakt, mehrtägigen Feierlichkeiten und einem großen Festumzug begangen. 2006 stellten zwei Gruppen ihre Leistungsfähigkeit mit dem Leistungsabzeichen in Bronze unter Beweis. Diese Gruppen folgten damit den Kameraden, die bereits 1965, 1979 und 1989 die Leistungsabnahme mit Bravour abgelegt haben.

FF Uhlbach bei der Abnahme des Leistungsabzeichens in Silber

Erstmals in der Uhlbacher Historie absolvierten 2007 zwei Uhlbacher Gruppen das Leistungsabzeichen in Silber. Unter erschwerten Bedingungen mit zwischenzeitlich veralteter Fahrzeug- und Gerätetechnik konnten die Uhlbacher Kameraden die Leistungs- und Zeitvorgaben nahezu fehlerfrei erreichen.

In den Folgejahren wurde die Ausrüstung der Wehr auf den aktuellen Stand der Technik gebracht: Im Jahr 2008 konnte ein Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft werden, das die Freiwilligen Feuerwehrabteilungen Uhlbach und Rotenberg gemeinsam nutzen. Im Jahr 2009 wurde das Löschgruppenfahrzeug LF 8 Baujahr 1979 durch ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10/6 ersetzt.